zurück

Pokalfinale steigt in Gau-Bickelheim/TSV kann Geschichte schreiben

Der TSV greift nach dem Pokal: Am kommenden Dienstag steigt ab 19.30 Uhr das kürzlich wegen Unbespielbarkeit des Platzes in Gau-Bickelheim abgesagte Pokalendspiel - ein für den TSV wahrlich historisches Spiel. Nicht nur kann er erstmals in seiner jüngeren Geschichte den Kreispokal gewinnen (die letzten Endspielteilnahmen datieren aus 1996/97, damals verlor man gegen die TuS Flomborn in Mauchenheim und 2007/08 verlor man in Spiesheim gegen GW Wendelsheim), es ist auch das erste mal, dass der Pokal in dieser Form ausgespielt wird.

Im Vorjahr gewann der VfL Eppelsheim gegen Hilal Spor Alzey die letzte Version des alten "Kreispokals" an der nur Kreisligisten und Kreisklassisten der alten Kreise Worms und Alzey teilnahmen. In diesem Jahr stießen nun auch die Bezirksklassisten, also die Teams der höchsten Spielklasse des nach der Kreisreform neu geschaffenen fusionierten Fußballkreis Alzey-Worms, hinzu. Und dort stehen sich im laufenden Wettbewerb nun die Bezirksklassenteams des TSV und des Lokalrivalen SG Wiesbachtal aus Wallertheim gegenüber.

Brisanz erhält die Veranstaltung nicht nur durch den Lokalcharakter, zumal auch der Spielort Gau-Bickelheim nur wenige Kilometer von den beiden Dörfern entfernt liegt, sondern auch durch den erst kürzlich errungenen knappen Sieg des TSV in der Liga durch ein spätes Tor von Alex Zwirner vor über 300 Zuschauern am Helmut-Link-Weg. Revanche nehmen will die SG sicherlich, wenn auch deren Focus bis zuletzt auf der Liga lag, denn erst kurz vor Saisonschluss konnte das Abstiegsgespenst an der Schimsheimer Straße endlich gebannt werden.

Am 29. Spieltag machte die SG gegen Konkurrent TuS Neuhausen durch ein klares 4:0 den Schritt zum Klassenverbleib, während der TSV langsam den 5 Englischen Wochen in Folge Tribut zollen mußte und in Mauchenheim die letzte Chance auf den Relegationsplatz beim 1:3 verspielte, zum Abschluss gab es gegen Schlusslicht TuS Weinsheim dann ein versöhnliches 9:2 Schützenfest.

Zurück zum Pokal: Während es für den TSV ein Novum wäre, kann die SGW gar auf einen Bezirkspokaltitel (2001) verweisen, einer ihrer Vorgängerverein TuS Gau-Weinheim war in den 70er Jahren auf ihrem engen "Rasen"-platz eine gefürchtete Pokalmannschaft, die oftmals höherklassige Konkurrenz das Fürchten lehrte - wie 1971/72 als man in einem Vorgänger des Bezirkspokal (Herman-Emmel-Pokal) RWO Alzey, SG Bechtolsheim und die TSG Pfeddersheim aus dem Pokal warf. Erst im Halbfinale war dann gegen die Amateure von Wormatia Worms vor über 500 Zuschauern Schluss. Im laufenden Kreispokalwettbewerb hatten beide Mannschaften einen ähnlich schweren Spielplan und setzen sich ähnlich souverän durch.

Währende die SG in Runde 1+2 gegen die Kreisklassisten Dautenheim-Esselborn (6:1) und Freimersheim (4:1) vermeintlich leichte Aufgaben und wenig Mühe hatte, stieg der TSV gegen Klassenkonkurrent TSG Gau-Bickelheim (4:1) und TuS Flomborn (4:1) ebenso mustergültig ein. Auch in Runde 3 hatten beide Teams gegen namhafte Konkurrenz (SGW vs. SW Mauchenheim 4:1 und TSV vs. TuS Erbes-Büdesheim 7:3) wenig Mühe. Ein schwieriges Restprogramm gab es für den TSV dagegen im Viertelfinale gegen SG Weinheim/Heimersheim (4:1) und vor allem im Halbfinale gegen den Mitkonkurrenten auf den Aufstieg, TuS Hochheim, der dank einer der besten Saisonleistungen mit 5:0 aus dem Wettbewerb befördert wurde. Die SGW hatte es etwas leichter, im Viertelfinale war die SG Nieder-Wiesen II (Kreisklasse) keine Hürde, während es im Halbfinale erst nach Verlängerung gegen den Meister der Kreisliga Worms, die TSG Pfeddersheim II einen 3:1 Sieg gab. Der TSV kann somit auf ein Torverhältnis von 24:6 (+18) und die SGW auf ein 21:5 (+16) verweisen, also beides gute Werte, die auf ein spannendes Spiel, wie zuletzt in Armsheim, schließen lassen. Bemerkenswert ist aber, dass alle TSV-Spiele im Pokal auswärts stattfanden, während die SG dreimal zuhause antreten durfte.

Der TSV geht motiviert an die Aufgabe heran. Zumal TSV-Kapitän Panhof zuletzt verlauten ließ: "Wir wollen den Pott unbedingt an den Helmut-Link-Weg holen". Ab 18.15 Uhr und 18.45 Uhr fahren extra zwei Großraumbusse (ab Wiba-Halle) die Mannschaft und die TSV-Anhänger zum Spielort. Wenn es etwas zu feiern gibt, dann wird sicher danach die Nacht bei "Magda" zum Tag gemacht.
TS