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Interview mit dem neuen Trainer Stelzel




Christian Stelzel ist ab der Saison 2011/12 der neue Trainer des TSV und folgt somit auf den zur SG Bechtolsheim/Gabsheim gewechselten bisherigen Trainer Patric Mohr. Der 35-jährige Wöllsteiner soll den TSV möglichst weit nach vorne bringen und die noch sehr junge Mannschaft weiterentwickeln. Seine Aktive Laufbahn begann in der Jugend von TuS Wöllstein. In der A- und B-Jugend spielte er bei RWO Alzey in der Südwestliga, damals die höchste Jugendliga. Ein Motorradunfall beendete allerdings frühzeitig das aktive Fußball-spielen. Bereits mit 19 Jahren begann für Christian die Karriere als Fußballtrainer, als er die D-Junioren von TuS Wöllstein übernahm. Er konnte über fünf Jahre Erfahrung als DFB-Stützpunktrainer, zusammen mit dem heutigen Trainer der 05er-Jugend und Ex-Lonsheimer Paul Fass, sammeln. Christian ist Inhaber der alten B-Lizenz. Er ist verheiratet, hat ein Kind und arbeitet als Controller.

Frage: Christian, erstmal herzlich willkommen beim TSV. Wie sind Deine Eindrücke nach den ersten Trainingseinheiten und dem Trainingslager am Edersee (bei Kassel)?
Antwort: Natürlich sind es in den ersten Wochen sehr viele Eindrücke. Aber sie sind weitestgehend sehr positiv. Der Platz und die Trainingsmittel sowie die vielen Helfer um die Mannschaft herum haben mich sehr beeindruckt. Im Trainingslager hatte ich dann die Möglichkeit auch die Spieler näher kennen zulernen. Sportlich und charakterlich bin ich 100% von ihnen überzeugt. Was mich besonders beeindruckt ist, dass sie sich total mit dem Verein identifizieren.

Frage: Wie ist Deiner Meinung nach, der momentane Leistungsstand der Mannschaft? Wo setzt Du in der Vorbereitung noch an bzw. wo muss man sich verbessern?
Antwort: Die Mannschaft ist sehr hungrig nach Erfolg. Auch die Systemumstellung mit 4rer Kette hat sie sehr gut aufgenommen. In der Vorbereitung gilt es nun die einzelnen Positionen zu besetzen. Das ist gar nicht so einfach, da die Mannschaft ein enormes Potenzial in der Offensive, aber in der Defensive noch Nachholbedarf hat.

Frage: Du hast ja TuS Wöllstein sechs Jahre lang trainiert, warst zuletzt auch stets ein möglicher Kandidat, wenn es galt, vakante Trainerposten im Kreis Alzey zu besetzen. Du hast Dich für den TSV, als neue Herausforderung entschieden. Was waren die Gründe für Deine Wahl?
Antwort: Nach 6 Jahren Wöllstein bist Du erst einmal müde. Eigentlich hatte ich vor mich ein Jahr vom Trainergeschäft zurück zuziehen. Als die Anfrage von Armsheim kam, hat mich das aber umdenken lassen. Die Mannschaft ist jung und die Infrastruktur in Armsheim ist nahe zu perfekt. Die Entfernung zu meiner Heimat nicht sehr weit. Außerdem kannte ich sehr viele Spieler schon aus den Stützpunktzeiten. Auch die Vorstellungen des Vereins stimmten mit meinen überein, sodass es keine Argumente gab, wieso ich das nicht machen sollte.

Frage: Der TSV gilt ja, als einer der aufstrebenden Vereine im Kreis Alzey - nach den beiden Aufstiegen der letzten Jahre - bedingt durch die erfolgreiche Jugendarbeit. Durch den neuen Kunstrasenplatz, auf den wir ja sehr lange warten mussten und die neue Kooperation im Jugendbereich (FJFV Wiesbach) hat man in Armsheim die Weichen für die Zukunft gestellt. Wie bewertest Du selbst diese Strukturen, insbesondere im Jugendbereich und wie würdest Du deine Rolle im Verein einordnen?
Antwort: Das Trainergeschäft ist leider nicht immer sehr langwierig. Aber meine Vorstellungen gehen schon dahin, dass wir mit 1. und 2. Mannschaft sowie A-Jugend ein einheitliches System spielen. Das wird aber ein langjähriger Prozess. Ich halte Jugendarbeit für sehr wichtig und für die Zukunft unverzichtbar. Es geht darum, die Jugendlichen an die Heimatvereine der FJFV Wiesbach zu binden. Sie müssen sich nicht nur sportlich weiterentwickeln sonder auch charakterlich. Die neue FJFV ist ein erster Schritt, den es gilt weiter auszubauen. Sportlich möchte ich die jungen Spieler gerne frühstmöglich bei den Aktiven einbinden, ohne dass sie Ihre Jugendmannschaften vernachlässigen. Auf dem neuen Kunstrasen sehe ich die Möglichkeit, einzelne Spieler zu jeder Jahreszeit technisch und spielerisch zu verbessern. Das ist ein Vorteil, den der TSV Armsheim gegenüber anderen Vereinen hat. Aber dieses Thema muss leider noch ein halbes Jahr warten, denn erst einmal müssen die Aktiven den Schritt nach vorne machen.

Frage: Welche Ziele hast Du für die neue Saison 2011/2012? Wer sind für Dich die Favoriten in der Bezirksklasse Süd?
Antwort: Die Favoriten sind für mich Anadolu und Gimbsheim sowie eventuell der Aufsteiger Biebelnheim. Der Vorteil dieser Mannschaften uns gegenüber ist, dass sie schon eingespielter sind. Durch die Systemumstellung sehe ich uns hier etwas im Nachteil. Sollten wir das aber schnellstens hin bekommen, dann können wir bestimmt ein Wörtchen mitreden. Ich habe in meiner Trainingszeit gelernt, keine Saisonziele auszusprechen. Unser Ziel ist es, die ersten 3 Spiele positiv zu gestalten und wenn möglich keine verlieren. Danach können wir uns über die Ziele der weiteren Spiele unterhalten.

Frage: Als neuer Trainer ist man im Umfeld natürlich neugierig auf den Trainer Stelzel. Wie würde der Spieler Stelzel den Trainer Stelzel beschreiben? Welche Spiel-Philosophie wirst Du vermitteln (bspw. Stichwort 4er-Kette), ohne den Gegnern zuviel zu verraten?
Antwort: Für mich ist es wichtig, dass Trainer und Mannschaft gemeinsam einen Weg gehen. Die Spieler müssen lernen, in der Kabine intern zu diskutieren und ihre Meinung zu sagen. Ich bin kein autoritärer Trainer, der alles vorgibt. Es gibt gewisse Regeln und Vorgaben die die Mannschaft umsetzen muss, sie hat aber auch gewisse Freiheiten. Im Trainingslager hatten die Spieler nur die Vorgabe zum ersten Training um 7.30 Uhr pünktlich und im Vollbesitz ihrer Kräfte da zu sein. Wie sie den Abend vorher verbringen liegt in der Verantwortung der Mannschaft. Das hat die Mannschaft auch hervorragend umgesetzt. Spielerisch möchte ich den Jungs auch immer auf dem aktuellen Stand halten. Daher finde ich es kontraproduktiv jetzt noch mit Libero zu spielen. Ich denke das kommt auch bei jungen Spielern gut an. Ich möchte den Spielern vermitteln, dass der Erfolg nur in der Kompaktheit der Mannschaft liegt.

Frage: Du kennst ja einige TSV-Spieler noch aus Deiner Zeit als DFB-Stützpunkttrainer. Wie bewertest Du deren Entwicklung insgesamt bis heute?
Antwort: Das ist sehr schwierig zu sagen. Es gibt einige Spieler da bin ich überrascht, dass sie sich so positiv entwickelt haben. Das hat mich wirklich sehr gefreut. Allerdings gibt es auch den einen oder anderen Spielern der durch private oder berufliche Gründe keine große Entwicklung genommen hat. Bei allen Spielern kann man aber erkennen, dass das Gelernte am Stützpunkt immer noch vorhanden ist. Und das freut mich natürlich sehr.

Frage: Zum Schluss noch eine private Frage. Was sind Deine Interessen, neben Fußball?
Antwort: Ich möchte es mal so ausdrücken. Ich bin absoluter Bayern Fan der eine gewisse Sympathie für Eintracht Frankfurt hat, und mir jedes Jahr abwechselnd eine Dauerkarte bei Mainz05 oder Kaiserslautern hole. Beruflich bin ich ebenfalls sehr eingespannt und eine Frau und einen 2-jährigen Sohn habe ich auch noch. Weitere Interessen werden mir daher zu Hause nicht gestattet!

Das Interview führte Thomas Schäfer.